Mit der Einführung von Lotus Notes R5 versuchte die deutsche Lotus Development mit einer ursprünglich bis zum 31.12.1999 begrenzten Aktion den Lotus Notes R5 Client am deutschen Markt bekannter zu machen. Eine als Private Edition leicht angepaßte Version des internationalen Lotus Notes R 5.0 Clients wurde mittels Download oder über Zeitungs-CD's in Deutschland, Österreich und der Schweiz unters Volk gebracht. Zu einer Zeit als ein 56k-Modem sehr schnell war brachte es die recht große Installationsdatei bis zum Jahresende 1999 auf erstaunliche 30.000 Downloads.
Der Erfolg bestärkte die deutsche Lotus Development mit der Aktion weiter zu machen und so wurde eine zweite Version mit kleineren Fehlerbereinigungen und einem aktualisierten Installer unter das Volk gebracht. Gerüchten zu Folge stand die Download-Version bis zur Version Lotus Notes R 5.0.8 unter www.lotus.de zur Verfügung. Die private Edition läßt sich mit den incrementellen Installern des Lotus Notes R5 Clients aktualisieren.
Die Lizenz für Lotus Notes R5 PE bezog sich ausschließlich auf Privatpersonen, die Private Edition war nie für den Einsatz in Firmen gedacht. Wer wollte, konnte die Version bei Lotus registrieren, zumindest in der zweiten Version des Installers war es aber möglich die Registrierung zu übergehen.
Das kleine Anhängsel International an der private Edition bezieht sich auf die Verschlüsselungsmöglichkeiten des Clients. Wird die Notes-ID mit der private Edition generiert, entsteht nur ein schwacher internationaler Schlüssel für die ID-Datei. Auch noch 1999 lag auf Verschlüsselungstechniken in den USA ein Exportverbot, so daß nur der schwache (48bit?) Schlüssel in der deutschen Version enthalten war.
Wenn Sie die private Edition zusammen mit einem Domino-Server einsetzen, sollten Sie die ID in jedem Falle mit US-Schlüsselstärke auf dem Server erstellen.
Der Client läuft sehr stabil ist aber ohne weitere Aktualisierung nicht zu allen Lotus Notes R5-Datenbanken kompatibel. Mit R5.0.2 und R5.0.4 gab es einige neue Möglichkeiten in der Programmierung von Lotus Notes, die zumindest bei Eigenentwicklungen gerne genutzt werden. Probleme mit Windows XP sind dagegen nicht bekannt. Wer nur eMail, Kalender und die mitgelieferten Anwendungen benötigt, also keine Datenbanken von Drittherstellern nutzt, hat keine Probleme. FritzNetz Anwendungen werden mit der Private Edition getestet und laufen problemlos.
Wenn Sie Lotus Notes jeden Tag produktiv nutzen und von Kalenderabstimmung, eMail und Dokumentenmanagement abhängig sind, sollten Sie die Lotus Notes R5 Private Edition nicht mehr einsetzen. Den aktuellsten Lotus Notes Client einschließlich Domino-Server gibt es als Express-Paket pro Arbeitsplatz bereits für unter 150 Euro.
Die Express-Versionen des Domino Server können ohne großen Aufwand auf einem älteren PC installiert werden und versorgen so das komplette Büro mit eMail, gemeinsam nutzbaren Kalendern, Dokumentenmanagement und vielem mehr. Der geringe Aufwand lohnt sich, denn erst mit dem Domino-Server blüht die Zusammenarbeit der Lotus Notes Arbeitsplätze so richtig auf.