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Optimale Seitenbreite im Web?

Vor nicht allzu langer Zeit dominierten noch 4:3-Bildschirme mit einer Auflösung von 800x600 und 1024x768 Pixeln das Internet. Eine typische Optimierung für eine Website war die volle Ausnutzung des 1024er-Bildschirms. Aktuelle 16:9-Bildschirme verdrängen diese Formate, die größeren Bildschirme verlangen nach neuen Formaten.

Die Seitenlänge spielt beim Webdesign eine geringere Rolle als vor einigen Jahren: Der Benutzer hat sich an das vertikale Scrollen durch einen längeren Text gewöhnt, Scrollrädchen an der Maus sind heute selbstverständlich geworden. Doch wie breit sollte eine Seite angelegt werden? Je nach Ausrichtung meiner Websites (technikorientiert oder Mainstream) erreicht die 1024x768-Bildschirmauflösung nur noch einen Anteil zwischen 25% bis maximal 45%. Weniger als 5% der Zugriffe nutzen kleinere Bildschirmgrößen, die Mehrheit nutzt mittlerweile größere Bildschirmbreiten, überwiegend im 16:9-Widescreen-Format. Wenn eine Website im Vollbild-Modus angezeigt wird, ist viel Platz vorhanden.

Variable breite Seitenlayouts bekommen jetzt Probleme: Mit mehr als 1280 Pixeln Breite beginnen die Texte auseinander zu laufen und werden schwerer lesbar. Schmälere Spalten (wie z.B. die Artikel in der Bildzeitung) erleichtern und beschleunigen das Lesen. Fixe Seiten- und Spaltenbreiten helfen dieses Problem zu vermeiden, bei der Vielzahl der verwendeten unterschiedlichen Auflösungen sollten Sie auf variable Layouts besser verzichten.

Für die Festlegung der Seitenbreite sollten Sie Ihre Zielgruppe betrachten: Nur der typische Mainstream-Besucher wird den Browser im Vollbild-Modus starten. Technikorientiertes Publikum mit "langjähriger Computererfahrung" neigt dazu das Browserfenster zu verkleinern und zusammen mit anderen Anwendungsfenstern auf dem Bildschirm zu verteilen.

Auch auf einem Bildschirm mit 1600 Pixeln Breite erhält das Browserfenster so eine verfügbare Breite von vielleicht 800 bis 1000 Pixeln. Das Format kehrt sich um: Die Seitenlänge wird größer als die Breite. Als positiver Nebeneffekt für den Leser verschwindet dabei auf vielen Seiten die vierte Spalte mit der Werbung.

Auch wenn sich jetzt einige bereits Gedanken über Netbooks machen (eeePC läßt grüßen), die Geräte mit der kleineren Auflösung sind das mengenmäßig kleinere Problem. Die zunehmende Anzahl von Monitoren mit Auflösungen über 1280 Pixeln sollten Sie dagegen ernst nehmen. Technikorientierte Webseiten mit jungem Publikum sind stärker von kleineren Browserfenstern betroffen, typische "Hausfrauen-Seiten" mit Vollbild-Modus bilden das andere Extrem.

Als Lösung bieten sich zwei Ansätze: Weiter wie bisher auf 1024 Pixel optimieren oder reduzieren auf maximal 800 Pixel Seitenbreite. Nutzbar wären wären im ersten Fall etwa 1000 Pixel, im zweiten etwa 780 Pixel. Der Rest gehört dem Scrollbalken. In jedem Fall sollte ein fixes Layout zentriert werden, damit sich überschüssige Flächen gleichmäßig rechts und links verteilen und der Inhalt in der Bildschirmmitte im Fokus des Betrachters bleibt.

Meine Vorliebe gehört der schmäleren Auflösung.


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