Das Open Directory Projekt (ODP oder DMOZ) ist ein von Freiwilligen gepflegtes internationales Internet-Verzeichnis in denen qualitativ hochwertige Websites aufgenommen und verlinkt werden. DMOZ wird technisch von AOL betrieben und geleitet.
Alle Einträge werden von Menschen gesichtet und bewertet. Die Aufnahme in das Verzeichnis kann auch ohne eigene Aktivität erfolgen, wenn die Website dem Editor einer Kategorie positiv auffällt und die Site in die Kategorie paßt.
Der besondere Reiz des DMOZ aus Sicht des SEO liegt in den vielen vorhandenen Spiegelseiten des DMOZ. Das Verzeichnis wird in unregelmäßigen Abständen von vielen Portalen übernommen, die zur Anreicherung des eigenen Inhaltes einen optisch angepassten Spiegel des DMOZ-Verzeichnis hosten. Ein Eintrag im DMOZ kann so in einer interessanten Kategorie zu mehreren hundert eingehenden Links führen.
DMOZ-Links geben Pagerank weiter und dies ist auch bei den meisten Spiegeln der Fall. Die DMOZ-Seiten weisen zum Teil einen sehr hohen Pagerank auf, ein PR4-Link ist in vielen Kategorien realistisch. Der abfließende Pagerank verteilt sich allerdings auf eine Menge gleichwertiger Einträge
Offiziell sieht Google im DMOZ-Verzeichnis zwar eine Autorität, aber ein Link aus DMOZ ist auch nur ein Link. Erst durch die Spiegel-Verzeichnisse oder kopierte Teil-Verzeichnisse bekommt das Verzeichnis sein Gewicht für die Wertung bei Google.
Auf jeder Seite im DMOZ-Verzeichnis gibt es einen Link über den neue Websites für die gerade gewählte Kategorie vorgeschlagen werden können. Anträge über diese Formulare werden von Freiwilligen gesichtet im DMOZ eingetragen.
Leider ist es nicht so einfach im Verzeichnis aufgenommen zu werden. Zum einen sind die Aufnahmerichtliien eher streng, zum anderen sind viele Kategorien verwaist: Hat eine Kategorie keinen Editor, werden Anträge auf Aufnahme nur unregelmäßig oder in einigen Kategorien mit Monaten Verzögerung bearbeitet.
Eine Rückmeldung an den Webmaster gibt es nicht. Wenn der Eintrag erscheint ist das ok. Wenn der Eintrag abgelehnt wird, erfährt der Website-Besitzer den Grund der Ablehnung nicht.
Jede Website wird nur einmal im Verzeichnis aufgenommen, es nutzt also nichts eine Website für mehrere Kategorien anzumelden: Alle Anträge werden intern abgeglichen und mit Kommentaren versehen. SPAM ist nicht gern gesehen, was sowohl für den Inhalt der Website als auch für die Anträge auf Aufnahme gilt. Ein Antrag reicht. Wenn die Site innerhalb eines Zeitraums von mehreren Monaten nicht aufgenommen wurde, lohnt sich ein zweiter Versuch.
Beschreiben Sie Ihre Website beim Antrag mit nüchternen Worten und vermeiden Sie Reklamesprüche wie "die beste Seite" oder "super Community". Zentrale Keywords in der Beschreibung schaden nicht. Google verwendet die Beschreibungen des ODP auch zur Anzeige in den Suchergebnissen, wenn der Suchbegriff in der ODP-Beschreibung vorkommt. Wer hier übertriebene Beschreibungen im DMOZ stehen hat, ärgert sich wahrscheinlich später. Nicht jeder Editor wird die Beschreibung ohne Änderungen übernehmen, insbesondere die "aufgehübschten" Beschreibungen werden hier Federn lassen.
Wenn Ihre Website zu einer Kategorie gehört die verwaist ist, ist es nicht unüblich daß sich Betroffene als Editor anmelden um die Kategorie auf Vordermann zu bringen und sich nebenbei selber einzutragen. (Letzteres sollte aber in keinem Fall das Hauptanliegen des zukünftigen Editors sein)
Die meisten Editoren haben in irgendeiner Form eine Beziehung zu Ihrer Kategorie: Als Hobby, beruflich oder in irgendeiner anderen Form. Die Pflege einer Kategorie des ODP setzt zumindest etwas Fachwissen in der Kategorie voraus. Umfassende Erfahrungen im Thema nutzen dem ODP, deshalb ist auch nicht jeder Selbsteintrag mit Spam gleichzusetzen.
Die Verbindungen von Editoren mit Websites werden bei der Bewerbung offengelegt und sind anschließend im Profil des Editors sichtbar. Es ist durchaus angemessen die eigene Website als Referenz der Bewerbung für das Verzeichnis vorzuschlagen. Google erfasst die Editorprofile mit allen Verbindungen: Auch eine Möglichkeit für einen Link vom DMOZ.
Da die Kategorien insbesondere von neuen Editoren beobachtet werden, sind Spam-Versuche des ODP selten. Übergeordnete ODP-Editoren und AOL-Personal werden hier rigoros durchgreifen.
Im Oktober 2006 sorgte ein Hardware-Crash für den kompletten Ausfall des Open Directory Projekts. Da die AOL-Technik mit den Sicherungen geschlampt hat, konnte die ODP-Infrastruktur nur bruchstückhaft wieder aufgebaut werden.
Nachdem lange Zeit nur eine einigermaßen aktuelle Sicherung der öffentlichen Seiten verfügbar war wurde mit dem Jahreswechsel zu 2007 auch der Editor-Bereich wieder zugänglich und die Pflege des DMOZ wurde wieder aufgenommen. Auch heute (Mitte Februar 2007) sind noch nicht alle DMOZ-Funktionen vollständig wiederhergestellt und der Datenverlust auf den Editorseiten ist enorm.
Der Crash führte zu einigen Diskussionen. DMOZ ist tot, wir brauchen ein Wikipedia für Links und einiges mehr. Einige enttäuschte SEO's forderten DMOZ endlich zu begraben.
DMOZ erholt sich nur langsam vom Crash, aber DMOZ hat ihn überlebt. Wird die Qualität der Beiträge beibehalten, ist der Eintrag im Open Directory Projekt auch weiter ein wichtiger SEO-Faktor.