In den alten Tagen des HTML 3.2-Standards kamen Framesets zu einer ungeheuren Blüte: Durch die Aufteilung des Browserfensters in eigene logische Fenster für Navigation und Inhalt ist es möglich die Menueführung in eigene HTML-Dateien unterzubringen und so von den Inhalten zu trennen. Die Navigation bleibt in Ihrem logischen Fenster auch beim Scrollen im Inhalt immer sichtbar und weitere Frames können Fußbereich und einem Kopfbereich bilden. Das nachträgliche Einfügen einer dritten Spalte ist mit wenigen Handgriffen in einer zentralen HTML-Datei möglich.
Die Vereinfachung bei der Inhaltspflege wird mit einer Reihe von Nachteilen erkauft.
Die erste geladene HTML-Datei (meist Index.html) wird verwendet um die Frames (Rahmen) zu definieren und weitere HTML-Dateien in den Rahmen nachzuladen. Ein Frameset (Rahmengruppe) teilt sein verfügbares Fenster entweder horizontal oder vertikal in mehrere Bereiche, für eine weitere Aufteilung können die Framesets geschachtelt werden. Der HTML-Standard kennt für diese Seiten eine eigene Auszeichnung, die nur wenige HTML-Tags erlaubt.
Bei dieser Technik kann in der Start-Datei (Index.html) kein Inhalt untergebracht werden, nur der <NOFRAMES>-Tag ermöglicht eine Kurzzusammenfassung des Themas und den Verweis auf einen Browser der Frames unterstützt. Ohne die nachgeladenen Inhalte fehlt der Textanteil, der für die Indizierung in der Suchmaschine erforderlich ist. Die Meta-Description und die Keywords müssen den Rest leisten.
Die in die Frames nachgeladenen HTML-Dateien unterscheiden sich in die Außenspalten, Kopf- und Fußzeile (Navigationselemente) und die zentral angezeigte Datei mit dem eigentlichen Inhalt. Die Navigationselemente weisen außer den Links mit den Schlüsselworten meist keinen Inhalt auf, diese Seiten werden von der Suchmaschine benötigt um die Links auf die Inhalte zu finden, haben für den Suchindex aber ansonsten nur einen geringen Wert. Um die Keywords in den vorhandenen Links zu betonen müssen auch hier die Description und die Keywords in den Meta-Angaben gepflegt werden.
Die Inhaltseiten weisen oft nur den reinen inhaltsbezogenen Text auf und haben keine weitere Verlinkung. Bringen Sie auf jeden Fall auf jede Inhaltsseite einen Link auf die Homepage unter: Wird die Seite ohne Frameset aufgerufen, fehlt dem Betrachter jegliche Möglichkeit in weitere Bereiche Ihrer Webpräsenz zu gelangen. Das gleiche gilt auch für die Suchmaschine, auch sie wird diesen Link verwenden um auf die Statseite zu gelangen um weitere Seiten zu indizieren.
Ärger macht in erster Linie die Trennung von Inhalt und Linkliste der Navigation:
Für eine Website die aufgrund gesetzlicher Regelungen barrierefrei sein muß, sind komplizierte Framesets und Inline-Frames tabu. Gegen eine einfache Aufteilung auf zwei Frames wird zwar nichts einzuwenden sein, aber die Auflagen für echte Barrierefreiheit sind hoch.
Soweit eine bereits etablierte Website ohne die Auflagen zur Barrierefreiheit Framesets benutzt ist dagegen nichts einzuwenden. Auf Dauer wird die Seite den Pagerank in der Eingangsseite aufbauen und die Suchmaschine wird Besucher sowohl über die Inhaltsseiten als auch das Frameset liefern. Die Konzentration der internen Links auf die Startseite stärkt die Relevanz der Startseite und den Portalcharakter. Es besteht die Gefahr, daß ein überwiegender Teil der Besucher die über Deeplinks oder Suchergebnisse zu Ihnen gelangen die Startseite nicht erreichen werden.
Der Pagerank bzw. die Relevanz für die untergeordneten Seiten bleibt aufgrund der Linkverteilung deutlich unter dem Wert anderer Lösungen. Wenn Sie Ihre Besucher über Suchmaschinen oder Deeplinks erhalten, sollten Sie kein Frameset mehr einsetzen und über ein komplettes Redesign nachdenken.