In letzter Zeit schießen Sie wie Pilze aus dem feuchten Waldboden: Redaktionell betreute Verzeichnisse und Linklisten. Die meisten Linkverzeichnisse garantieren die Weitergabe von Pagerank an die Einträge, sind kostenlos für den Standard-Eintrag und finanzieren sich durch Werbung. Ein Sonderfall der Linklisten und eine klassische Referenz ist das DMOZ-Verzeichnis. Was bringt so ein Verzeichnis nun aus SEO-Sicht?
Ein Link von einer thematisch relevanten Linkliste wird von Google sehr oft als Referenz gewertet. Die meisten Verzeichnisse listen daher thematisch zusammengehörende Sites in einer Kategorie oder sogar auf der selben Seite. Ein Link von einer solchen Seite ist immer besser als gar kein Link: Er ist relevant, mit etwas Glück führt die Listenseite einen eigenen Pagerank und mit noch mehr Glück wandert davon ein kleiner Teil zur verlinkten Seite.
Ein Eintrag in einer Linkliste oder einem Verzeichnis wirkt sich auf eine Website mehrfach aus:
Verzeichnisse werden in der Regel nur wenig Profit abwerfen: Echte Inhaltsseiten werden sich immer besser in den Suchergebnissen plazieren als Seiten aus einem Linkverzeichnis. Der Traffic wird entsprechend geringer ausfallen, so daß mit Werbung auf diesen Seiten wahrscheinlich nur geringe Einnahmen zu erzielen sind. Ein finanzieller Vorteil wird sich hier selten ergeben.
Die meisten Verzeichnisse fordern vom Besitzer der aufgenommenen Website einen Backlink oder eine geringe Gebühr. Oft werden je nach Pagerank der verlinkenden Seite kostenlose Hervorhebungen angeboten. Dieser Backlink ist die eigentliche Bezahlung des Eintrags.
Durch die Backlinks erhalten die Verzeichnisse Ihren eigenen Pagerank, den sie wiederum auf Ihre Einträge verteilen. Der Backlink wird meist auf die Startseite der Linkliste gesetzt. Das Verzeichnis baut von der Startseite aus den Pagerank auf und verteilt die Wertung auf die Kategorien und Links. Je tiefer der Eintrag in der Kategoriestruktur verborgen ist, um so weniger Relevanz gibt die Linkliste an den einzelnen Eintrag weiter.
Ein Problem im Linkverzeichnis sind die reziproken Linkstrukturen: Link und Gegenlink werden von den Suchmaschinen der jeweiligen Domäne zugeordnet, eine reziproke Verlinkung (Linktausch) wird auch dann erkannt wenn die Links nicht über die selben Seiten kommen. Google wertet diese Backlinks nicht so hoch wie einen Link ohne erkannten Gegenlink.
Trotz dieser Abschwächung wird die Startseite der Linkliste einen ordentlichen Pagerank aufbauen und regelmäßig vom Crawler besucht werden. Links auf der Startseite bekommen ordentlich etwas davon ab. Diese Links werden in der Regel vom Besitzer der Linkliste für eigene Seiten genutzt oder als Textlinks gegen Geld abgegeben.
Geldwerter Vorteil: Die wertvollen Links auf der Startseite können anderen Projekten des Betreibers den nötigen Schwung verschaffen.
Nicht jedes Verzeichnis gibt auch tatsächlich den Pagerank weiter oder liefert einen vom Crawler verwertbaren Link.
Achten Sie bei der Auswahl von Verzeichnissen auf die folgenden Symptome bevor Sie einen Backlink setzen:
Ein Link von einem "anrüchigem" Verzeichnis ist kein Problem: Eingehende Links werden von den Suchmaschinen entweder gewertet oder sie werden nicht gewertet. Die eigene Seite nimmt hierbei keinen Schaden und gerät auch durch einen eingehenden Link nicht in eine schlechte Nachbarschaft. Ist kein Backlink erforderlich, sind auch zweifelhafte Linklisten kein Problem.
Ein Backlink in ein einseitig bekanntes Linknetzwerk kann einen dagegen in in die Nachbarschaft dieser Seiten rücken. Ausgehende Links verantwortet die verlinkende Seite nicht nur rechtlich sondern auch mit Ihrem Ruf bei den Suchmaschinen. Während ein einzelner Link noch unproblematisch ist, sieht das bei einer Häufung von Backlinks in zwielichtige Verzeichnisse anders aus: Ist das Vertrauen von Google in eine Domäne erstmal weg, dann fällt auch schon mal der Traffic der Suchmaschine für eine Weile aus.
Treffen Sie auf die oben genannten Symptome im Verzeichnis, sollten Sie lieber auf einen Eintrag verzichten bevor Sie einen Backlink setzen. Achten Sie bei einem Weblog zudem darauf nur einen Backlink zu setzen. Setzen Sie den Backlink auf einer einzelnen Seite und nicht in dem Teil des Blog-Templates der auf jeder Seite wiederholt wird.